Westafrika Herbst 2010

Togo - Benin - Ghana - Togo

Etappe 1: Von Lomé (Togo) nach Benin

Ortsnahmen und Schreibweise nach Michelin Karte 953

19. 02. 2010 Freitag

Zugfahrt von Ulm nach Frankfurt -Übernachtung

20. 02. 2010

Flug Paris-Lomé zu Alice (N 6° 10.093 / O 1° 20.444 ).

Zeitverschiebung -1 Stunde.

21. 02. 2010 Togo

Auto springt nicht an. Erst nachdem ein Kanadier Mittags den Anlasser aus seinem Toyota als Anschauungsobjekt ausgebaut hat, war die kleine Ursache klar. Korrosion des Magnetkerns, daher fest. Anlasser repariert und das Auto springt an.
Wir lernen Gert Chesi, einen Österreicher kennen, der Bilder einer Voodoozeremonie auf seinem Rechner zeigt, die er für sein nächstes Buch über Voodoo aufgenommen hat. Sehr interessante Unterhaltung.
Der Versuch Voodoo zu erklären würde scheitern. Für uns Europäer glaube ich ist Voodoo nicht erfassbar

22. 02. 2010

Versicherung, Geldtausch (655 CFA = 1 Euro), Einkauf - gegen 12 Uhr Abfahrt in Richtung Benin. Grenze ist chaotisch, trotzdem geht es für uns ganz einfach und schnell. Übernachtung bei der Auberge "Gran Popo". (Stellplatz 4000 CFA) Die Anlage ist schön, das Essen im Restaurant eine Zumutung. Uhren werden wieder um 1 Stunde vorgestellt.

23. 02. 2010 Benin

In einem Dorf bei Ouidah machen wir einen Fotostop - dann suchen wir den heiligen Wald in Ouidah. Erst mit einem Einheimischen der versteht wohin wir wollen, finden wir ihn. (N 6°21.913/ O 2°05.776) In diesem Wald wurde der verfolgte König zum Baum um in dieser Form weiter zu leben und entkam so seinen Verfolgern - Voodoo.

Sklavendenkmal am Meer.

Wir fahren die Küstenpiste mit Ziel "Jardin de Helvetia" aber das existiert nicht mehr, der Schweizer ist weg, nur seine  Frau und Kinder sind noch dort. Weiter zu "Chez Rada" (N 6°20.883/O 2°19.073) Schön ist das Baden im Meerwasser Pool, Essen ist gut. Temperatur um 17 Uhr 37°C, um 22 Uhr immer noch 27°C.

24. 02. 2010

Durch Cotonou nach Ganvie.
Chaos, die Karte (IGN -Benin) hat mit der Wirklichkeit überhaupt nichts gemeinsam, dazu kommt, daß Cotonou und Abomey-Calavi heute praktisch eine Stadt ist, obwohl auf der Karte 9km Abstand eingetragen sind.
Wir besuchen Ganvie, eine Stadt auf Pfählen, nur auf Wasserstrassen mit Piroge per Segel und Padel erreichbar. Sehr schönes lohnenswertes Erlebnis obwohl touristisch angehaucht. Es fällt schon hier auf, es gibt einige Touristen in Benin, im Gegensatz zu Togo. Erstaunlich ist das Nebeneinander von Frauen in traditioneller Bekleidung neben Frauen in Minis, bei immerhin einem moslemischen Viertel der Bevölkerung. Aber auch Voodoo ist allgegenwärtig, z.B. als Fetischaltar auf einem Parkplatz direkt an der Strasse.

Der Camp-Platz "Chez Monique" in Abomey (N 7° 11.856/ O 1° 58.624) ist unser Abendziel. Toller Garten mit unzähligen grossen geschnitzten Figuren unterschiedlichster Art. Diese werden direkt auf dem Platz hergestellt. Der Platz ist empfehlenswert incl. dem Essen.

Ein guide (?) überredet uns dann in der Nacht mit ihm zu einem Voodo-Fest zu gehen. Eingedenk der Worte von H. Chesi, es gibt keine Touri Vorführungen, ein christlicher Pfarrer hält auch einen "richtigen" Gottesdienst ab, auch wenn z.B. ein paar schwarze Touris in der Kirche sind, fahren wir dann zu dritt auf seinem Moped irgendwo hin. Auf dem Platz sind sicherlich 500 Einheimische, wir die einzigen "Weißnasen". Sofort werden uns Sessel hingestellt, wir finanzieren das Fest auch mit, lt. Herrn Chesi ist das so üblich. Eine Tanzgruppe von 20 Männern und ca. 40 Frauen in ortsüblicher Tracht gekleidet, tanzen zu Paaren aber auch gemeinsam zu Trommelmusik. Nebenher wird ordentlich  Alkohol konsumiert. Nach zwei Stunden ist aprupt alles vorbei - die Götter sind gnädig gestimmt, alle sind zufrieden und lt. unserem guide wird in 5 Jahren ein neues Beschwörungsfest gefeiert. Wir hatten wohl wirklich Glück an diesem Tag, dieses Fest erleben zu können.

25. 02. 2010

Abomey ist die Wiege und das Zentrum des Voodoo in Benin, es war die Hauptstadt des Königreichs Dahomey. Die Hauptbevölkerungsgruppe sind die Fon.

Um 10.00 Uhr Abfahrt zu einem Voodoo Priester in dessen Haus mit unserem guide. Beeindruckende Vorführungen an den verschiedenen Fetisch Altären. Der Sinn erschließt sich uns nicht, es sollen z.B. auch „Unsichtbarkeits Rituale“ dabei sein.

Der Besuch von Ausgrabungen unterirdischer Behausungen für eine Königsfamilie aus dem 17. Jh. wo diese Zuflucht vor Angreifern aus dem Norden fanden, ist Mittags um 14.00 Uhr bei 40°C im Schatten auf den unbeschatteten Wegen nicht so richtig spannend. Ein Schild an einem Zugang ist heute im 21.Jh. für uns schon verblüffend, nämlich in Englisch und Französisch das Verbot mit roter Bekleidung (Farbe des Königs) dieses Erdloch-(Höhle) zu betreten – Voodoo lässt grüssen.

Der Scheibenwischer funktioniert nicht, auch nach vielem basteln und neuen Sicherungen. Durch leichten Regen auf der verstaubten Scheibe ist die Sicht behindert.

Übernachtung  bei Glazoué auf einem Feld unter einem Baum, von dem dann „Riesenameisen“ auf uns herunterriesen.

26. 02. 2010 Freitag

Heute ist sehr heiß 42°C, trotzdem tröpfelt es leicht, die Regenzei ist wohl doch noch nicht ganz vorbei.
Abzweig nördlich von Parakou zwischen Ndali und Bémbéréké in Richtung Westen auf eine Piste. Dann ab in den lichten Laubwald als Lagerplatz.

Ich verbringe einige Stunden unter dem Moskitozelt, da uns bis zum Sonnenuntergang unzählige kleine Fliegen umschwirren, die nicht stechen aber äußerst unangenehm sind.

27. 02. 2010

Über Pehonko und Kouande fahren wir in Richtung Natintingou. Unterwegs fotografieren wir Frauen auf der Piste, ohne jegliche Probleme, sie stellen sich richtig in Pose. Toll ist dann auch eine Gruppe von Straßenmusikanten mit Tänzerinnen in einem Dorf. Durch Blicke und zeigen auf die Fotoapparate können wir auch hier fotografieren. Offensichtlich hat man hier in Benin als Tourist keine Probleme mit den Einheimischen. Natürlich geben wir etwas Geld, denn das ist wohl der Sinn der Aufführungen, irgendwie versucht jeder etwas zu verdienen.

Wir suchen in Natintingou eine Toyotawerkstatt wegen des Scheibenwischers. Kein Problem, Natintingou ist eine richtige Stadt mit viel Autoverkehr. Der Elektriker (?) steckt eine neue Sicherung rein, der Scheibenwischer funktioniert – Voodoo. Olaf ist total frustriert ob solcher Reparaturkünste nach unseren vergeblichen Bemühungen.
Natintingou hat ein kleines aber interessantes Museum mit Modellen von Sombabehausungen, den „Tata Somba“. (Nicht von den ausgeschriebenen Öffnungszeiten irritieren lassen, ich glaube es ist immer jemand da).

Weiter nach Norden nach Porga (direkt an der Grenze nach Burkina Faso) zum Eingang des Pendjari Park (N 11°03.006/ O 0°58.456). Wir brauchen keinen Führer, es gibt nicht mal eine Diskussion darüber. Eintritt für zwei Personen, ein Auto und drei Übernachtungen im Park kosten 41 000 CFA = 63 Euro.

Auf dem ersten angegebenen „Terrain de Camping“ übernachten wir. Obwohl keinerlei Mücken zu hören sind, habe ich am nächsten Morgen die Knöchel total zerstochen, ich habe noch über eine Woche ein permanentes Jucken. Nachts bei 20°C braucht man ein T-shirt

28. 02. 2010

Es wird heiß und staubig. Temperatur bei 45°C.

Wir fahren entlang des Pendjari - Fluss. Viele Tiere, keine anderen Menschen außer uns. Wir wollen beim Pendjari Hotel campen, die Frage danach wird aber obwohl Platz genug ist, sehr unfreundlich verneint. Dort im Hotel sind einige Touris.

So fahren wir weiter bis zum Mare Tiabiga und übernachten dort auf der Piste. Nachts gibt es seltsame sehr lautes Fauch- und Knurrgeräusche. Wir glauben daß es Löwen sind, sehen können wir nichts.

01. 03. 2010

Weiterfahrt nach Osten an weiteren "maren" entlang. Zu Fuß verfolgen wir im Abstand von ca. 20m einen einzelnen Elefanten, der dann über den Pendjari nach Burkina Faso die Grenze wechselt. Ganz schön aufregend, aber er hat sich noch nicht mal nach uns umgedreht. Dan zurück zum "Mare Bali" in der Parkmitte. Mehrere Stunden verfolgen wir von einem Hochstand aus das lebhafte Treiben in und um das Wasser herum. Ausser den Grosskatzen und Giraffen haben wir eigentlich alle Tiere die hier vorkommen, gesehen.

Wir treffen Alfred und fahren bei Nacht zu dessen Camp außerhalb des Parkgeländes.

Camp Numi bei Batia am Ausgang des Parks wird von Alfred und Klaus betrieben, uns haben sie sich als streitsüchtige (aber nur untereinander wegen Geldproblemen) alte Besserwisser gezeigt. Na ja, nicht so richtig empfehlenswert, da auch kein vernünftiger Stellplatz vorhanden ist.

02. 03. 2010

Fahrt zum Wasserfall von Tanougou (ca. 1/2 Stunde). Ich glaube, dort gibt es bessere Stellplätze, wenngleich das Ganze auch wesentlich touristischer aufgebaut ist.

Schöner Wasserfall mit Bademöglichkeit, welche wir bei den herrschenden Temperaturen von über 40°C auch nutzen.
Weiter über Natintingou in Richtung Boukoumbé. Unterwegs haben wir einige Sombadörfer angesehen, dies geht aber nur mit örtlichem Führer für ein paar CFA.

Nachtplatz wieder abseits der Piste im Wald, wobei es hier selbst um 0.30 Uhr noch 30°C hat.