Westafrika Herbst 2009

Marokko - Mauretanien - Mali - Burkina Faso - Togo

Etappe 2: Von Bamako (Mali) nach Tébélé (Burkina Faso)

Ortsnahmen und Schreibweise nach Michelin Karte 953

03.11. Mali

9 Uhr; 26°C

Ziel Bamako. Mittags auf einem Strassenmarkt bei Sonne und 38°C. Es sind alle sehr freundlich, der Unterschied zu Mauretanien ist in jeder Hinsicht enorm. Beides sind islamische Länder, aber hier sind wir in Schwarzafrika und nicht in Arabisch Afrika. Hier sieht man den Koran und dessen Auslegung wohl nicht so eng.

Bamako, der Niger. Chaos mit unzähligen Mofas. Keine Lust auf Stadt. Wir suchen den Stellplatz "Camping Kaira-Sa" von Jean Bakir Bertet in der Nähe des Tour de l´ Afrique 2km in Richtung Segou. (N 12°.36.112/W 7°. 56.142). Schöner Park, Duschen in den Campinghütten.

04. 11. 2009 Mittwoch 15. Tag

11 Uhr, 30°C.
Wir sind schon 2 Wochen unterwegs. Segou-Koro (Alt Segou). Mehrere Moscheen, war wohl im Mittelalter der Hauptumschlagplatz am Niger, aber wir werden von einem christlichen Jugendlichen geführt. Dadurch auch Zugang in Häuser. Wir haben auch später festgestellt, ohne Führer geht gar nichts, man hat vor allem das dauernde Angemache, nicht Betteln, der Kinder nicht mehr in störendem Ausmaß.

Neu Segou, französische Kolonialstadt mit ehemals sehr schönen, aber jetzt zerfallenden Villen an der Hauptstrasse. Campingplatz-Motel "Savanne". Gut, Sanitär na ja.
Überfahrt mit einer Piroge zu den Bozo, den Fischern am Niger. Danach warten in einem Cafe direkt am Fluss auf den Sonnenuntergang, leider zieht eine Wolkenwand auf. Es erstaunt mich hier, daß das ganze häusliche Leben wie Waschen, Spülen und Körperpflege am und im Fluss stattfindet. Scheinbar sind die immun gegen vieles.

05. 11. 2009

wolkenlos
Djenne´. Zufahrt über den Damm und Fähre. Fischer am Damm die Minifische mit dem Netz herausholen. Es sieht nach Gewitter aus. Stellplatz beim "Campement Hotel" mitten in der Stadt

Dann kommt doch noch die Sonne. Ein Jugendlicher führt uns (für 50 Euro pro Nase könnten wir sogar die Mosche betreten, obwohl das lt. vielen Schildern für Ungläubige verboten ist). Diese Mosche ist die grösste Mosche in Lehmbauweise und Weltkulturerbe. Beeindruckend. Einer der Türme wird gerade frisch mit Lehm verputzt, was jedes Jahr gemacht wird.

Später kommt der Junge und erzählt, die Mosche sei eingestürzt, 2 Mann tot, einer schwer verletzt. Leider hat er recht, es ist der Turm eingestürzt an dem 3 Mann gearbeitet haben.

06. 11. 2009

Der Junge wünscht sich und bekommt einen Lederfußball statt Geld, den hat er sich gewünscht. Wir fahren weiter nach Mopti. Mitagessen am Hafen im 1. Stock mit toller Aussicht. Hier ist Leben und Gewusel, die Beladung eines Nigerschiffes ist faszinierend, es passt immer noch mal was drauf.

Auf dem Markt kaufen wir Kolanüsse, die braucht man bei den Dogon. (Genussmittel und macht geil ? sagen die alten Männer)

Die Mosche von Mopti ist ebenfalls beeindruckend, wenn auch ganz anders aufgebaut. Pflichtbesuch in der Bar „Bozo“ an der Landspitze des Hafenbeckens.
Abends sind wir auf dem Campingplatz vor Bandiagara. Olaf will Mammadou, seinen früheren Führer besuchen, leider ist der bei einem Autounfall gestorben. Dessen jüngerer Bruder kommt zum Campingplatz, dann unser Führer Djembija.

07. 11. 2009 bei den Dogon

9.30 Uhr; 35°C.
Abfahrt zu viert zur 3 Tages Tour bei wolkenlosem Himmel. Bei „Sanga“ treffen wir den Priester, der aus den Spuren des Schakals oder Fuchses auf seinem Rasterfeld Weissagungen macht. Die Tiere werden durch ausgestreute Erdnüsse angelockt. In Sanga werden wir durch singende Kinder begrüsst, dann stehen wir am Rand der senkrecht abfallenden Falaise.

Tolle Abfahrt hinunter nach „Banani“ Mittagessen bei 42°C, dann Besichtigung von Alt Banani. Fantastische Eindrücke der Telemwohnhäuser in den Höhlen der Falaise, wie auch der Dogon Häuser am Fuß der Falaise. Weiterfahrt am Fuß der Falaise zum Campment von „Ireli“.

Dogon

08. 11. 2009

Frühes Aufstehen, die Besichtigung von "Ireli" seht auf dem Programm, und es wird wieder heiß. Die Alten sitzen auch heute noch in und um die "Toguna", den überdeckten Besprechungsplatz der Männer, der an prominenter Stelle im Dorf plaziert ist. Zwei ca. 80 Jahre alte "Bestattungsfiguren" wechseln den Besitzer. Das Alter wird über die Teilnahme der Figuren an sog. "sigui" festgestellt. Dieses sigui ist nur alle 60 Jahre, das nächste im Jahr 2027.

In „Amani“ werden den heiligen Krokodilen ein Huhn geopfert.
Mittagessen in „Tireli“ in einer für Touristen hergerichteten Gaststätte.

Nachmittags Weiterfahrt nach „Nombori“. Dort ist heute Markt; nach dem Verteilen der Kolanüsse durch Djembija an die Alten, können wir uns völlig frei auf dem Markt bewegen und auch nach entsprechender Kontaktaufnahme durch Blicke fotografieren.
Wir beschließen, auf einem der Dächer des „Hotels“ zu übernachten. Es ist heiß und feucht, aber das Vollmondlicht auf der Falaise ist traumhaft.

09. 11. 2009

Djembija hat für uns beim Dorfchef ermöglicht, dass wir den heiligen Bezirk direkt unter der Falaise besuchen können.
Bei einem alten Mann, er soll 107 Jahre alt sein, kaufen wir ein Paar steinerne Reiterfiguren. Djembija meint, der könne von dem Erlös fast ein Jahr mitsamt seiner Familie leben. (Notwendiger Verkauf von Kulturgütern zum Überleben - es ist schwierig zu beurteilen)

Fahrt über die große Düne, die hier bis an die Falaise reicht und hinauf auf die Falaise. In einem Dorf (Dourou?) besuchen wir eine Fraueninitiative die eine Blaufärberei betreiben. Weiter nach Bandiagara und zur Familie von Mammadou.

Über Bankass geht es weiter auf staubigen Pisten nach Koro. Die Nacht verbringen wir auf einem Feld, überall in dieser Gegend ist landwirtschaftliches Gebiet.

10. 11. 2009 Burkina Faso

9.15 Uhr und schon 30° C
Die Grenzformalitäten aus Mali und hinein nach Burkina Faso sind ganz easy – Weiterfahrt nach „Ouagadougou“ der Hauptstadt. Ouaga ist ein motorisierter Moloch – unzählige qualmende und stinkende Mopeds.
Im Garten (Dreck mit Bäumen drauf) des Hotels „OK INN“ dürfen wir kostenlos stehen und übernachten. Die Benutzung der zum Pool gehörigen Toiletten und Duschen ist erlaubt. (Lt. einem Bericht vom Mai 2010 soll Camping  nicht mehr möglich sein)
Am Abend fahren wir mit dem Taxi in die Stadt, es ist dunkle Nacht obwohl es erst 18 Uhr ist. Die Strassen sind unbeleuchtet, Räder und Mopeds ebenso, wie auch viele Autos. Gefahren wird von den unzählbar vielen  nach dem Motto – der Stärkere hat Recht. Das Essen beim Franzosen im „Le Verdogant“, beim Place de Nations  ist sehr gut. Dann mit unserem Taxifahrer ins „Zaka“ ebenfalls beim Pl.d. Nations. Das Zaka ist eine Bar mit Livemusik, heute Trommeln zusammen mit anderen afrikanischen Instrumenten, gespielt von völlig zugedröhnten Typen aber toll, obwohl wir nur vier Zuhörer sind.