Zentralafrika Frühjahr 2012

Von Douala (Kamerun) in den Dzanga Sangha Nationalpark in der Zentralafrikanischen Republik
und zurück nach Douala

17. 02. 2012 Freitag - Halbzeit

Nach eineinhalb Stunden sind wir wieder in Kamerun.

In Yokadouma wird voll getankt, Lebensmittel gekauft und los geht’s auf die direkt nach Westen gerichtete, aber vom Verlauf her ungewisse Piste. Auf der Kamerunkarte als Piste eingezeichnet, in Google Earth nur in Teilen nachvollziehbar. Wir haben genügend Zeit es auszuprobieren.

Der Pistenzustand ändert sich öfter von gut nach schlecht und umgekehrt. Nur mit dem Übernachtungsplatz wird es eng, rechts und links dichte Vegetation. Ein Pistenabzweig ist die gute Entscheidung, vor einem umgestürzten Baum bleiben wir einfach auf der Piste auf Schotter stehen. Auch heute Nacht wieder Tropenregen.

18. 02. 2012

Weiter auf immer besserer werdender Piste – Baum über Piste, Einheimische brauchen mit den Macheten gerade mal 10 Minuten ihn wegzuhacken, dann kommen wir in das Dorf Madoumé, eine große Ansiedlung mit Holzwerk. Viele neu erbauten Holzhäuser haben Fernsehschüsseln. Dann liegt wieder ein Baum über die Piste und wir müssen selbst ran. Nach kurzer Zeit ist das Hindernis beseitigt. Auf guter Piste geht es weiter, die Brücke auf die wir gehofft hatten ist vorhanden, (sonst hätten wir 3 Tage zurück fahren müssen) und wir sind gegen 15.30 in Lomié.

Lomié ist eine größere Ansiedlung mit Markt, Läden mit allem was man braucht, Diesel könnte man sicher von den vielen Truckern (Holztransporte) bekommen. Wir fahren ins Hotel, ja das gibt es auch und können dort auf dem Hof campieren. Die Wirtsleute haben heute Kommunion, so können wir (gegen Bezahlung) am Essen teilnehmen. Später kommt noch eine Abordnung von WWF mit Regierungsbeamten und eine französische Touristengruppe.

Mittagstemperatur bei 28°C.

19. 02. 2012

Den Besuch des "Reserve de Dja" schenken wir uns, denn 30 000CFA (fast 50 Euro) für ein paar Stunden im Wald herum zu laufen ist uns zu teuer und zu aufwändig. Dieser Park ist für Fahrzeuge nicht erschlossen. Wir beschließen stattdessen auf einer in der Karte gestrichelten Piste weiter nach Westen zu fahren. Karte und Natur sind mal wieder zweierlei, die Piste zweigt erst ca. 10 km nördlich von Mindouro ab, wo sie in der Karte eingezeichnet ist. Sie führt direkt nach Westen auf Nkonzou zu.

Heiße Sache, es wird immer enger, die Piste ist schon lange nicht mehr von einem PKW befahren worden. (Sie ist aber in Google Earth zu verfolgen). Irgendwo in diesem Nirgendwo treffen wir auf eine Ba Aka Familie, welche hier lebt.

Bei 03° 39.000 N und 13° 16.400 O machen wir auf einer Pistenausbuchtung halt. Es ist 15 Uhr und wir haben genug. Jedoch, bis 18 Uhr (Dunkelheit) Myriaden kleiner schwarzer Fliegen, die sich auf alles stürzen was wir angefasst haben, aber vorrangig natürlich auf uns. Es muss unser Schweiß mit entsprechenden Salzen sein. Ich laufe mit langem Hemd und Moskitonetzhut herum, es macht keinen richtigen Spaß. Nachts ein fantastischer Sternenhimmel, den wir mit Lagerfeuer genießen. Gegen Morgen dann doch Gewitter.

20. 02. 2012

Durch starkes Summen wachen wir auf – das Moskitonetz voller Bienen, die ersten sind schon im Auto. Raus aus dem Auto – in Unterhose und barfuß stehen wir mitten im nassen Urwald, das Auto ist vollständig außen wie innen von Bienen belagert. Feuer und Rauch machen - tolle Idee wenn alles naß ist. Aber wir sammeln trotzdem Holz soweit das in unserem Zustand d.h. barfuß möglich ist. Das Feuerzeug ist natürlich im Auto, genauso wie ein Fläschchen Waschbenzin. Olaf wagt einen Vorstoß ins Auto, bekommt beides zu fassen und erhält dabei nur einem Stich. Mit dem nassen Holz gibt es viel Rauch, Plasikwasserflaschen tun ein Übriges und nach einer Stunde ist der Spuk vorbei.

Zum Frühstück fahren wir ein Stück weiter, aber hier sind schon wieder die Fliegen. Komisch, wir wurden bisher und auch dann weiterhin nicht wieder von den Fliegen belästigt (nur in Nord Benin war es auch so schlimm). Die Piste wird zum Mopedweg, und ist total zugewachsen, Bäume über der Piste, Luftansaug-Schnorchel verstopft mit Blättern, wir haben was wir wollten, einmal quer durch den Urwald zu fahren.

Bei Minedou (3° 41.700/13° 04.500) treffen wir auf eine gute Piste bis Messaména. Dieses Dorf liegt auf der von uns ausgesuchten Piste Richtung Süden. In Dimpan steht eine große Backsteinkirche - das wäre was zum Übernachten. Der polnische katholische Priester bietet uns seine Dusche und Klo an, der Hof ist sauber und ohne Fliegen – prima. Er gibt uns auch einen guten Tipp in Bezug auf unsere Weiterfahrt. Er selbst betreut mit dem Auto ein großes Gebiet und kennt sich aus, entgegen vielen Einheimischen, welche kaum über ihr Dorf hinauskommen. Er sagt uns, dass die Brücken südlich von Dimpan in Richtung Sangmélima kaputt bzw. nicht mehr vorhanden sind, sodaß wir wieder nach Norden nach Akonolinga fahren müssten.

21. 02. 2012

Dies machen wir am nächsten Morgen. Marktbesuch in Akononlinga, Weiterfahrt in Richtung Sangmélima. Irgendwo fahren wir auf die Piste Richtung Dimpan, nach 5 km fehlt die Brücke. Also ist das ein guter Übernachtungsplatz, wieder mal mitten auf der Piste.

Nachmittags kommen einige Schüler an uns vorbei und sind zuerst verhalten vorsichtig, so was haben sie vermutlich noch nie gesehen, zwei Weissnasen die mitten auf der Piste stehen und Kaffeetrinken. Heute Mittag ist es heiß bis 34°C aber keinerlei fliegendes Viehzeug. Das Gewitter verzieht sich wieder.

22. 02. 2012

Auf guten Pisten, welche aber viele Verzweigungen haben (fragen – Karte völlig unbrauchbar) kommen wir auf die neue gut ausgebaute Verbindungsstrasse Mbalamayo-Sangmélima die uns am Rand von Sangmélima vorbei nach Ebolowa führt. Ebolowa ist eine seltsame Stadt, Tankstelle und Bank vorhanden. Wir wollen noch zum Roches des Ako Akas (auf Karte eingezeichnet) in Richtung Süden.

Übernachtung am Hotel in Nkolandom, einem seltsamen "Feriendomizil" mit kleinem Museum an einem See. Der "Kapitaine" im Restaurant war gut.

23. 02. 2012

Weiterfahrt zum Felsen bei Nebel – na ja, wir haben ja Zeit. Ansonsten kein lohnenswertes Ziel. Zurück über Ebolowa in Richtung Westen nach Kribi. Von den 130 km ist ca. die Hälfte schlechte, ausgefahrene Piste.

Wir haben nun Kamerun entlang des 3. Breitengrades in fast seiner ganzen Ost-West Ausdehnung hinter uns, ca. 800 km mehr oder weniger Buschpiste.

Das Fischerdorf Londji liegt ca. 12 km nördlich von Kribi an einer Bucht. Wir stehen direkt am Wasser, ein Einheimischer hat uns diesen Platz vermacht, dafür essen wir abends bei Ihm Fisch. Es ist 22 Uhr und immer noch 28°C warm. Wasser ein Traum mit vermutlich auch fast 30° C – Urlaub halt.

24. 02. 2012 Freitag, noch 1 Woche

Bei Ebbe ist hier leider in der ganzen Bucht am Strand Öl zu sehen. Vor Kribi liegt ein alter Tanker in den das tschadische Öl aus der Pipeline gepumpt wird und von dort weiter auf die Tanker zum Weitertransport. Bei dieser Verladerei gelangt wohl doch einiges Öl ins Meer und somit an den Strand der nach Süd-West geöffneten Bucht.

25. 02. 2012

Abfahrt nach Kribi, Auto waschen, denn es ist über und über rot vom Lateritboden.

Masken- und Figurenkauf an kleinen Buden mit viel feilschen zu für uns akzeptierte Preise. Weiterfahrt in Richtung "Lobe Wasserfälle" zum "Ilomba beach" ein von Schweizern geführtes Hotel, aber alles voll, da heute Samstag ist. Vermutlich ist aber das kurz davor liegende "Auberge Tara Plage" für Overlander besser geeignet, aber auch hier alles voll, sodaß wir weiterhin im Auto schlafen. Gutes Essen, Wetter schön, Strand kaum Öl, obwohl der Tanker und eine weitere Umladestation direkt vor dem Strand liegt.

26. 02. 2012

Heute wird das Auto auf Schäden untersucht – 2 Federblätter sind ab. Das gibt beim nächsten Mal erst mal wieder richtig Arbeit. Nebenbei stellt Olaf fest, dass alle Federaugen durchgescheuert sind. Die ersten Schäden nach 23 000 km.

Baden, Strandspaziergang und zum Abendessen Crevettes satt als Ausklang unserer diesjährigen Tour.

27. 02. 2012

Besuch "Lobe Wasserfälle", wenn man schon mal hier ist solle man hinfahren.
Baden, Nichtstun

28. 02. 2012

Rückfahrt nach Douala. Gesamtedistanz 2900 km.

29. 02. 2012

Auto richten und einpacken bei Leo.

01. 03. 2012

Rumhängen im Seemannsheim. Abflug erst gegen Mitternacht.

02. 03. 2012

Ankunft Stuttgart gegen 10 Uhr.