Zentralafrika Frühjahr 2011

Togo - Benin - Nigeria - Kamerun

Etappe 2: Kamerun

Karten: "Reise know how –Westafrika und Kamerun - Gabun"
Trotz neuer Auflage (2007) z.T. falsch oder unvollständig.

Kamerunführer: "Kamerun Reise Know-How"
Ziemlich überholungsbedürftig was zur Orientierung notwendig ist.

19. 02. 2011 Boubandjida Park

Weiterfahrt über Tchorillé, dort ist alles was man so braucht, Gemüse, Brot und sogar Geld auf der Post erhältlich.. Durch viele Dörfer mit Pumpbrunnen, an denen uns die Fulbemädchen in ihren tollen Kleidern begeistern und einen Strassenmarkt fahren wir weiter Richtung Osten bis Managna (ca.10km vor Parkeintritt) um ca. 120Mio. Jahre alte Saurierspuren anzusehen. Toll, der eineinhalb Stunden Abstecher hat sich gelohnt. Viele verschiedene Saurier sind hier durch das Flussbett, oder was es damals war, gelaufen und haben Abdrücke hinterlassen, welche jetzt wieder nach einer gewissen Verwitterung der Oberfläche ans Tageslicht kommen.

Der Parkeintritt in Koum kostet für uns 2 Personen, 1 Auto und Fotoapparate 50.- Euro. Auf der Fahrt bis ins Camp sehen wir schon einige Tiere, hauptsächlich Antilopen. Es ist beim Camp verboten zu campen d.h. im Auto zu übernachten, so müssen wir eine Rundhütte nehmen. Es sind einige Gäste da, auch ein deutsches Ehepaar mit Kindern aus Yaounde, die vor Ihrer Heimreise nach fünf Jahren auch noch mal was vom Land sehen wollen

20. 02. 2011 Boubandjida

6 Uhr aufstehen, 7.15 Abfahrt bei 16°C mit guide (ohne geht nicht) zum Tiere ansehen. Wir sehen viele Antilopen und eine kleine Elefantenherde. Nachmittags noch mal los, 3 kleine Elefantenherden. Es ist nicht so aufregend wie im Pendjari Park. Das deutsche Ehepaar erzählt uns, dass Ihnen bei ihrem Weihnachtsbesuch ein Löwe auf den Kühler gesprungen sei, ein anderer Gast zeigt Bilder vom Vorabend von Löwen auf der Piste. Haben wir halt Pech gehabt.

21. 02. 2011 Richtung Süden

Zurück bis hinter Koum, dann geht es auf guter Piste nach Süden nach Ndok und Vogzom. Ab hier bis ca. 12 km vor Ngaoundéré gute neue Strasse, die nicht in der Karte verzeichnet ist. Man ist dann bereits in den Vororten von Ngaoundéré, die Orte sind flächenmässig viel grösser als auf der Karte. Am Flughafen vorbei umfahren wir die Stadt nach Westen und schlagen uns bald in den Busch. Wir wollen nicht auf der Hauptroute über Meiganga fahren, da das 200km weiter ist, und lt. Aussagen von Anderen auch nur Piste sei.

22. 02. 2011 Richtung Süden

In Likok Richtung Süden auf ziemlich rauher Gebirgspiste, die nur zwischen Ngaoundal und Tibati besser wird, z.T. Teer. Dann wieder schlechte Piste, obwohl das ja die Hauptverbindung zwischen Süd- und Nordkamerun ist. Übernachtung im Busch, fast die ganze Nacht Regen, unser erster nebenbei bemerkt, überall funktioniert das Handy.

23. 02. 2011 Richtung Süden

In Banyo Suk Besuch, hier ist es wirklich ursprünglich, als Tourist fällt man auf. Die Menschen sind ungeheuer freundlich, keinerlei Anmache oder Betteln. Mittags in Mayo Darlé Markt, schön, Afrika pur. Die Piste ist beschissen und wurde durch den Regen auch nicht besser, man sieht durch die Pfützen allerdings die Löcher besser. Hinter Bankim übernachten wir in einer Kiesgrube. In 5,5 Stunden reine Fahrzeit haben wir immerhin 150 km geschafft, es geht nicht schneller, es ist kaum Verkehr, die Temperaturen liegen so bei 25°C, immerhin fahren wir bis auf 1350m hoch hinauf.

24. 02. 2011 Foumban

Weiterfahrt bis Mittags nach Foumban auf übler Piste. Foumban hat ca. 55 000 EW. und ist Sitz des Sultans der seit 1992 als 19. Herrscher der Bamoun Dynastie hofhält, und von der Bevölkerung verehrt wird. Der Besuch des Palastmuseums lohnt sich. Marktbesuch, wobei uns auffällt, dass die Menschen hier längst nicht so fröhlich sind wie anderswo bisher. Natürlich kaufen wir auch hier einige schöne Figuren, man wird regelrecht überschwemmt davon. Irgendwo im Busch übernachten wir bei ziemlicher Luftfeuchtigkeit und nur noch 20°C am Abend.

25. 02. 2011 Ringroad

Wir sind auf einer falschen Piste und versuchen auf die Ringroad zu finden. (Vergiss die Karten) An einer Buschschule unter Bäumen, das Schulhaus ist zusammengestürzt und wird nicht repariert, werden wir mit viel Hallo begrüsst. Auf der Ringroad treffen wir dann Österreicher mit Fahrrad, sie wollen ebenfalls die Ringroad fahren. Diese Piste ist im grossen und ganzen saumässig, riesige Löcher mit fech-fech oder Steinpassagen, aber fast komplett bewohnt, man fährt im Prinzip von Dorf zu Dorf.

In Kumbo mit seiner großen Kathedrale essen wir in einem Strassenrestaurant afrikanisch, d.h. aus Warmhaltebehältern zu Mittag. Es hat uns nicht geschadet, aber wir dürfen nicht übermütig werden. Bei Ndu in über 2000m Höhe fahren wir durch Teeplantagen, in Mbot besichtigen wir die Chefferie, als Führer haben wir den Chef selbst der Herr über 6000 Seelen ist. Nett ist, dass er seinen „Gemeinderat“ für uns zum fotografieren antreten lässt. Der grösste Gegensatz zeigt sich dann, als er auf seinem Thronsessel fotografiert werden will und anschliessend seine 6 Computer im Büro zeigt, das sind eben afrikanische Gegensätze.

In einem Eukalyptuswäldchen (1650m hoch) übernachten wir auf einem Weg, Übernachtungsplätze sind schwierig zu finden, auch gibt es keine Campments in den bis 60 000 EW. grossen Ansiedlungen, eigentliche Städte nach unserem Verständnis sind es nicht. In 6 Stunden Fahrzeit haben wir gerade mal 135 km geschafft, wenn auch mit Pässen bis auf 2250m Höhe hinauf.

26. 02. 2011 Ringroad

8 Uhr , 12°C (wir sind im Gebirge)

Schlechte Piste aber tolle Landschaft. Unterwegs sehen wir ganze Wiesen voller Pilze aus Stein. Das sind die Behausungen von Termiten. See von Nyos – dorthinauf führt eine völlig neue asphaltierte Strasse. Der See wurde durch das aufsteigen einer Blase aus Methangas berühmt berüchtigt, es kamen 1986 über 1500 Menschen um. Heute wird das Gas über ein Rohr als Fontäne abgeblasen.

Es ist immer wieder erstaunlich wie freundlich die Menschen hier sind. Wir fahren um eine Kurve, es kommen uns Frauen entgegen und fangen an zu singen und zu tanzen und wir dürfen fotografieren. Gleiches gilt auch in Dörfern. Mangels besserem Übernachtungsplatz campen wir heute mitten auf einem Schulhof, natürlich mit Erlaubnis des Ortsvorstehers, so stellt er sich zumindest vor. Nebenbei, die Verständigung funktioniert überall ausgesprochen gut in Englisch, ich wäre froh ich würde es so gut wie viele Afrikaner beherrschen.

27.02. 2011 Ringroad

Vor Bamenda wollen wir noch zur Bafut-Cheferie. Wir fahren gerade mal .in den Hof, da steht schon einer und will Geld, parken, Eintritt, fotografieren so um die 20 Euro –. Wir verzichten und setzen uns auf den Markt – auch hier taucht einer auf und will Geld fürs fotografieren – wo sind wir eigentlich, der Tourismus hat uns offenbar wieder. Natürlich zahlen wir nicht, aber so macht es keinen Spass. Über Bamenda nach Bafoussam (1400m hoch), einer räudigen, dreckigen Stadt. Autowäsche, dann in eine Hotelanlage auf den Hof (Residence Saré Hotel). Zuerst kein Wasser, dann fällt der Strom aus daher auch kein Essen und dann läuft ein lautes, stinkendes Dieselaggregat an, für wen auch immer.

28. 02. 2011 Ekom Wasserfälle - Douala

Unsere Reise geht zu Ende, auch haben wir genug gesehen, so dass wir nur noch zu den Ekom Wasserfällen fahren. Schön, auch das Cafe dort mit einem tollen Garten.

Wir fahren dann direkt nach Douala zu Leo, wo das Auto geparkt wird. Wir sind in den Tropen, um 23 Uhr hat es noch 28,5° C, und Nachts regnet es das zweite Mal in den knapp 4 Wochen, Glück gehabt..

Wir sind diesmal 5300 km gefahren, der alte Toyo hat keinerlei Zicken gemacht.

01. 03. 2011 Douala

Auto aufräumen, saubermachen und Abends ins Seemannsheim unter deutscher Leitung, dem Treffpunkt aller Ausländer in Douala. Endlich mal wieder ausgiebig duschen und gut zu Abend Essen.

02. 03. 2011 Douala

Wir hängen den ganzen Tag rum, unser Flug geht erst am nächsten frühen Morgen.

Ein norwegischer Schiffsoffizier, der zeitweise mit seiner einheimischen Frau im Seemannsheim wohnt, rät uns von einem Besuch der Stadt ab, es sei weder interessant und ums Seemannsheim herum teilweise gefährlich.

03. 03. 2011 Heimflug

Pünktlicher Abflug um 1.00 Uhr, wir hatten keinerlei Probleme mit unseren Mitbringseln beim Zoll, die werden gar nicht beachtet und Nachmittags sind wir über Brüssel und München dann wohlbehalten wieder zu Hause.

Nächstes Jahr wollen wir zu den Gorillas in die "Zentralafrikanische Republik" in den Dzanga Sangha Park. Mal sehen ob das klappt.